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Mundgeruch bei Katzen ernst nehmen !

Katzenzähne sollten regelmäßig kontrolliert werden, denn Zahnsteinbefall kann der Anfang einer langen Krankengeschichte sein.

Ein Gespräch mit Tierärztin Dr. Britta C.*

V: Wie entsteht Zahnstein?

Katzen fressen heutzutage oft Fertigfutter. Diese sind meistens ausgewogen, jedoch fehlen harte Futterbestandteile, an denen sich die Zähne reiben können. Die Zahnpflege kommt so zu kurz. Zuerst bildet sich Plaque auf den Zähnen. Zahnstein folgt, der sich entlang der Zähne bis zum Zahnfleisch hochmauert. Eine Studie bei dreijährigen Katzen ergab, dass bereits 70% der Tiere Probleme mit dem Zahnfleisch hatten.

V: Woran erkenne ich, daß meine Katze Zahnstein hat?

Unangenehmer Mundgeruch wird vom Tierbesitzer meistens zuerst bemerkt. Bei Katzen sind häufig zunächst die Backenzähne betroffen. Deshalb sieht man den Zahnstein auch nicht auf den ersten Blick. Wenn Sie seitlich ins Maul Ihrer Katze schauen, sehen Sie eine gelb-braune Kruste im Bereich des Zahnfleischsaumes. Auch Schmerzen beim Fressen und leichte Blutungen weisen auf Zahnstein bzw. die Folgeerkrankungen hin.

V: Mit welchen Folgeerkrankungen sollte man rechnen?

Das Zahnfleisch entzündet sich. Die Katze bekommt Parodontose, d.h. das Zahnfleisch geht zurück, die Zahnhälse werden freigelegt, Zähne werden locker und fallen aus. Der ständige Entzündungsreiz und die Bakterien im Zahnstein bedingen Folgeerscheinungen wie Mandel- und Rachenentzündungen. Sogar Herz und Lunge können geschädigt werden.

V: Welche Behandlungsmöglichkeit gibt es?

Starker Zahnsteinbefall wird in Narkose entfernt. Mithilfe eines Ultraschallgerätes wird -wie bei Ihrem Zahnarzt- der Zahnstein entfernt. Die hohen Frequenzen des Gerätes und das Versprühen eines feinen Wasserstrahls sind für die Katze so unangenehm, dass die Zahnsteinentfernung nur in Narkose erfolgen kann. Zahnfleischentzündungen können mit einer Salbe behandelt werden oder in schweren Fällen mit Antibiotika.

V: Wie kann der Tierbesitzer vorbeugen?

Nehmen Sie die Zahngesundheit Ihrer Katze ernst und gehen Sie mindestens einmal jährlich zum Tierarzt, um die Zähne kontrollieren zu lassen. Auch die Zahnhygiene zuhause ist wichtig. Es gibt diverse Futterzubereitungen, die durch ihre Konsistenz einen geringen Zahnbelag mechanisch abkratzen und die aufgrund ihrer Zusammensetzung schädliche Säuren und damit die Zahnsteinbildung reduzieren sollen. Ihr Tierarzt kann Ihnen sicher Auskunft geben. Wenn Sie von Anfang an üben, können Sie Ihrer Katze sogar die Zähne putzen.

V: Vielen Dank!

 

 

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Kontakt last modified: 2.7.2001