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IDas Krankheitsbild der Immunhämolytischen Anämie


Bei der Hämolyse ("Blutauflösung") kommt es durch schädigende Einflüsse auf die Erythrozyten zu deren Zerfall innerhalb der Blutgefäße oder zu einem beschleunigten Abbau durch Freßzellen in Milz- oder Lebergewebe.
Eine direkte Erythrozytenschädigung entsteht z. B. durch

  • Zinkvergiftung,
  • Phosphatmangel,
  • Aufnahme von größeren Mengen Zwiebeln oder kann durch
  • verschiedene Bakterien hervorgerufen werden.

Bei der Immunhämolytischen Anämie bildet der Organismus Antikörper, die sich an die Erythrozytenoberfläche anheften und für die Freßzellen ein Signal darstellen, diese Erythrozyten abzubauen. In vielen Fällen bedingt der Antikörperbesatz eine Verklumpung der Erythrozyten (Agglutination) und eine Membranschädigung, die zu einem Zerfall der roten Blutkörperchen führt.

Antikörper bindet sich an Erythrozyt

Phagozytose

Verklumpung der Erys

Auflösung der Blutkörperchen durch Membranschädigung

 

Verschiedene Infektions- und Tumorerkrankungen, Medikamente und Impfungen können eine solche Antikörperbildung auslösen. Läßt sich keine Ursache für die Bildung der Antikörper finden, spricht man von einer Autoimmunbedingten Hämolytischen Anämie (AIHA). Diese Erkrankung kann bei Tieren jedes Alters auftreten, betrifft aber häufiger Hündinnen als Rüden.

Erkrankte Hunde zeigen Mattigkeit, Apathie und fehlende Freßlust.

Bei Betrachtung der Bindehäute der Augen oder der Maulschleimhaut fällt eine deutliche Blässe auf. Gelegentlich sind die Schleimhäute auch gelblich verfärbt. Der gelbe Farbstoff (Bilirubin) entsteht durch Abbau des in großen Mengen freigesetzten Hämoglobins. Dunkelfärbung des Harns, Fieber, Durchfall und Erbrechen können ebenfalls auftreten.

Untersuchungen
Der behandelnde Tierarzt muß eine Vielzahl von Untersuchungen einleiten (Blutbild, Blutausstrich, Coombs' Test, Bilirubinbestimmung in Plasma und Harn), um eine Hämolyse als Anämieursache feststellen zu können. Informationen über kürzlich durchgeführte Impfungen, verabreichte Medikamente oder Aufenthalt des Hundes im süddeutschen oder südeuropäischen Raum (Gefahr der Infektion mit sogenannten Reisekrankheiten: Babesiose, Ehrlichiose, Leishmaniose) geben wichtige Hinweise auf die Ursache der Hämolyse. Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen dienen unter anderem der Erkennung einer Tumorerkrankung. Durch Serumuntersuchungen können Infektionserkrankungen (z.B. "Reisekrankheiten", Leptospirose) nachgewiesen werden. Erst wenn sich in allen Untersuchungen kein Hinweis auf die Ursache findet, wird die Diagnose Autoimmunhämolytische Anämie gestellt.

Die Behandlung dieser Erkrankung erfordert die Gabe von Substanzen, welche das Immunsystem unterdrücken (z.B. Prednisolon). Bei einer ausgeprägten Anämie können Bluttransfusionen lebensrettend sein. Ein Drittel der Hunde mit Autoimmunhämolytischer Anämie zeigen wiederkehrende Krankheitsschübe (Rezidive), so daß eine langfristige engmaschige tierärztliche Kontrolle nötig ist. Etwa 30% der Hunde überleben die Erkrankung trotz intensiver Behandlungsmaßnahmen leider nicht.

Nachsorge und Behandlung

s. a:Das Krankheitsbild der Immunbedingten Thrombozytopenie

Immunbedingte Erkrankungen des Blutes:
eine Einführung

Dr. B. Kohn, K. Heise, 2001
FU Berlin, Klinik für Kleine Haustiere

 

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last modified: 31.8.2001