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Geballtes
Wissen über Kleintierkrankheiten an der Freien Universität.
"Veteribär"
im Interview mit Professor Brunnberg, Direktor der Klinik
und Poliklinik für Kleine Haustiere der FU Berlin.
V:
Herr Professor Brunnberg, seit wann sind Sie Direktor der Kleintierklinik
und wieviele Mitarbeiter haben Sie?
Prof. Brunnberg: Ich leite die Klinik seit dem 1. Mai 1993. In
der Kleintierklinik gibt es 13 Stellen für Professoren bzw. Wissenschaftliche
Mitarbeiter, davon sind jedoch aus hochschulpolitischen Gründen nur 9
und eine halbe Stelle besetzt. Weiterhin arbeiten hier ca. 30 Doktoranden,
13 Tierpfleger, 5.5 Sekretärinnen bzw. Personal an der Rezeption, am Telefon
und in der Tierärztlichen Apotheke.
V: Welche Arbeitsschwerpunkte bzw. Spezialgebiete haben Sie
und Ihr Tierärzteteam?
Prof. Brunnberg: In der Inneren Medizin sind wir spezialisiert
auf Erkrankungen des Herzens, des Magen- Darmtraktes sowie auf Diagnose
und Therapie von Veränderungen des Blutes und Hormonsystems. In der Chirurgie
beschäftigen wir uns neben Routineoperationen mit Unfallmedizin und orthopädischen
Operationen sowie spezieller Nerven- und Augenchirurgie.
V: Welche Aufgaben haben Sie neben dem normalen Klinikbetrieb?
Prof. Brunnberg: Wir bilden Studenten aus: Sowohl im Rahmen der
Vorlesungen und Demonstrationen (Fallbeispiele) als auch im Rahmen von
Praktika bei uns in der Klinik. Tierärzten bieten wir die Möglichkeit
der Fachtierarztausbildung. Und wir sind eine von drei Ausbildungsstätten
in Deutschland, in denen promovierte Tierärzte das "Residency Programm"
absolvieren können. Es befähigt sie, nach internationalen Maßstäben wisssenschaftlich
und auf höchstem Niveau kurativ zu arbeiten.
V: Welche zusätzlichen diagnostischen Möglichkeiten haben Sie
hier in der Klinik ?
Prof. Brunnberg: Die Tierklinik verfügt über ein eigenes Labor,
das es ermöglicht innerhalb weniger Minuten Ergebnisse einer Blutuntersuchung
bereitzustellen. Neben konventionellen Röntgenbildern haben wir auch die
Möglichkeit, mit einer speziellen Technik (Feinfocus-Röntgen) sehr kleine
Details genau darzustellen. Weiterhin verfügen wir über ein Gerät zur
Doppler Sonographie. Dabei handelt es sich um eine erweiterte Ultraschalltechnik
zur Herzuntersuchung.
V: Wird mein Tier von Studenten untersucht und behandelt? Komme
ich mit meinem Tier in die Vorlesung?
Prof. Brunnberg: Studenten untersuchen und behandeln Tiere nur
unter unmittelbarer Aufsicht eines Tierarztes. Wir brauchen immer wieder
Tiere, die in der Vorlesung vorgestellt werden dürfen. Dies geschieht
natürlich nur mit dem Einverständnis des Tierbesitzers. Die meisten Tierbesitzer
stimmen dem zu und nehmen interessiert an der Fallbesprechung teil.
V: In welchen Fällen wird mein Tier bei Ihnen stationär aufgenommen?
Was kostet das?
Prof. Brunnberg: Wir behalten Tiere hier, wenn die Schwere
der Krankheit dieses erfordert. Denn nur hier in der Klinik können die
Tiere rund um die Uhr tiermedizinisch versorgt werden. Auch eine eventuelle
Ruhighaltung kann nur hier gewährleistet werden. Die Kosten belaufen sich
auf ca. 35 DM/Tag plus den Behandlungskosten.
V: Was erwartet mich, wenn ich mit meinem Tier in die Kliniksprechstunde
komme? Behandelt immer der gleiche Tierarzt? Wie ist die Rund-um-die-Uhr-Versorgung
organisiert?
Prof. Brunnberg: Wir bieten Ihnen eine umfassende Untersuchung
Ihres Tieres, die jedoch zeit- und kostenaufwändig ist. Auf Wunsch
wird Ihr Tier immer vom gleichen Tierarzt behandelt. Das ist jedoch nicht
immer organisatorisch möglich. Wir haben vormittags von 10 bis 12 Uhr
freie Sprechstunde, ansonsten werden Termine vergeben. Für Notfälle steht
ein Tag- und Nachtdienst mit erfahrenem Hintergrunddienst (Rufbereitschaft
der Oberärzte) zur Verfügung.
V: Ist die Uniklinik viel teurer als der Haustierarzt an der
Ecke?
Prof. Brunnberg: Grundsätzlich liegt der Berechnung der einfache
Satz der Tierärztlichen Gebührenordnung zugrunde.
V:
Kann mein Tier auch persönlich von Ihnen behandelt werden?
Prof. Brunnberg: Das ist nach telefonischer Anmeldung möglich und
kommt auch spontan im Rahmen der Sprechstunde vor, wenn mir der Fall durch
einen Kollegen überwiesen wird bzw. die Besitzer dies wünschen.
V:
Herr Prof. Brunnberg, wir danken Ihnen für das Gespräch.
(mt,6/2001)
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Hundekot
auf Berlins Strassen
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